planlos2017 sucht die inkompetentesten und „planlosesten“
Entscheidungen der österreichischen Baukultur

planlos2017.at ist eine Initiative der IG Architektur. Der Preis wird nach 2011, 2013 und 2015 zum vierten Mal vergeben.

 

Die IG Architektur setzt sich seit ihrer Gründung im Jahr 2001 für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen von Architekturschaffenden ein. Wesentliche Ziele wurden in den letzten Jahren erreicht – vor allem auch durch die verstärkte Präsenz von Mitgliedern der IG Architektur in der ZT-Kammer in Wien, Niederöstereich und dem Burgenland und der Bundesarchitektenkammer. Seit 2014 wurden wichtige inhaltliche Meilensteine erreicht, die bisher außer Reichweite zu liegen schienen.

Unser Einsatz für Qualitätsverfahren bei Planung und Auslobung dauert jedoch unvermindert an. Das ist umso dringender, weil es gewichtige Player gibt, die unseren Interessen entgegen arbeiten. Die besondere Leistung von Architekturschaffenden für ihre BauherrInnen und für die Gesellschaft wird immer wieder und immer weiter marginalisiert. Dieser Entwicklung wollen wir entgegenwirken.

Das Erreichen der Öffentlichkeit für die eigenen Ziele ist heutzutage – das wissen wir nicht erst seit den Wahlen 2016 in den USA und 2017 in Frankreich – eine Frage der Mittel – finanzieller und technischer. Die Mittel der IG Architektur für diese Art der Erzielung von Reichweiten reichen bei weitem nicht aus. Die wiederholte Ausrichtung des planlos Awards durch die IG Architektur schafft hoffentlich Aufmersamkeit für ein zentrales Anliegen von Architektinnen und Architekten: faire und transparente Verfahren, die zur Vergabe von Planungsleistungen führen. Die Nominierungen für den Award kommen von Baukultur-Interessierten, BeobachterInnen und Betroffenen. Die Entscheidung über die Vergabe des planlos2017 Awards fällt eine unabhängige Jury.

Es geht bei planlos2017 nicht um gelungene oder weniger gelungene Architektur. Es geht um die Voraussetzungen dafür, also um Entscheidungen, die das Entstehen von Architektur erschweren oder unmöglich machen. Immer wieder stößt frau/man auf unverständliche, fahrlässige, inkompetente, schlechte oder sogar böswillige Entscheidungen – gerade von denen, die es besser wissen müssten. Dieser 2011 von der IG Architektur initiierte biennale Award weist auf solche Entscheidungen hin. Mit einer Prise Humor. Aber auch mit dem Wunsch, alle Beteiligten mögen aus diesen Fehlern lernen.

Im Rahmen der heurigen Verleihung des Planlos-Awards wird zum zweiten mal nach 2015 auch ein Preis für ein bemerkenswertes und überraschendes, "ganz und gar nicht planloses" Vorgehen vergeben.

"Gut gemacht!" Manche Menschen ändern ihren Plan, wenn sie dafür Gründe finden. Manche Menschen akzeptieren nicht ohne Weiteres das scheinbar Unvermeidliche, widerstehen Vorurteilen. Dieser Widerstand kann poetisch und fast unmerklich sein, nach vorne denkend, ins Offene, Brücken bauend.