Bereits nominiert

 

Hier können Sie alle Nominierungsvorschläge (und Begründungen) für die planloseste Entscheidung in der österreichischen Baukultur 2017 nachlesen.

 

alarm! ein stinkender wal liegt versenkt am alsergrund

von flaneur der MA 2412

Die Überbauung der historischen Franz-Josefs-Bahn wird nach ca. 50 Jahren ins Ausgedinge geschickt. Ein 2. zielführender Anlauf zur räumlichen Verbesserung des Areals am Alsergrund ist nicht in Sicht.

... mit fachlichem Unverständnis beobachten wir die stadtpolitische Entwicklungen rund um Investorenprojekte, die zunehmend als Keynotes des Wiener Städtebaus medial als Leuchttürme behandelt und von der Stadtregierung unter Nutzung der Expertise des Fachbeirats für Stadtplanung und Stadtgestaltung (Vorsitz Rüdiger Lainer) verhandelt werden. Aus den Medien ist vielschichtig zu entnehmen, dass auch am Gelände des Franz-Josef-Bahnhofs nun alles von der maßgeschneiderten JTP 3 Alpha GmbH & Co KG (GF Michaela Mischek-Lainer, Alexander Zartl, Peter Ulm, Friedrich Gruber), einer geschäftlichen Tochter der 6B47 Real Estate Investors AG, aus einer Hand für die Stadt und den Bund geliefert werden soll. Die abgewirtschaftete, hypertrophe Bahnhofsüberbauung soll ohne Flächenverlust nun in die Höhe gestapelt und nach gebräuchlichen Usancen mit rhetorischen Mehrwerten und nach Möglichkeit mit Flächenzugewinnen angereichert werden.

Nominiert: Die Stadtlenkung und deren Beratungsgremien
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Buden-Flashmob in Wien prolongiert

von Langos süß-sauer

Würstelbuden und Kebabstände als kostengünstige Locations für Fastfood instrumentieren zumeist planlos Plätze und frequenzträchtige Ecken in Wiens Straßen. Wer trägt dafür die Verantwortung?

... von einem Anschlag auf den Stadtraum, der stadtgestalterisch in seiner Konzentriertheit unüberbietbar scheint, kündet die Moritat der Budengenese Ecke Alserstraße/ Skodagasse im Schatten der raumgreifenden Platzüberdachung mit der Günther Domenig Anfang der 80er Jahre Wiens öffentlichen Raum zu erwecken begann. Margheritha Spiluttini dokumentierte die Rangelei zwischen dem biederen Zeitungskiosk und der von Neuem kündenden Raumistallation im Februar 1981 trefflich. Der folgende Etappensieg des Neuen brachte die Ergänzung um einen superben Domenig´schen Imbissstand mit dem hingezauberten Odium der geduckten Jakominiplatzstände mit Krainer und Kren. Doch das Imperium schlug zurück! Gehen Sie hin und überzeugen Sie sich. Die schaurige Moritat ist, Gott sei Dank, von den Verantwortlichen als Fortsetzungsgeschichte ausgelegt. Die aktuelle Folge ist mit der Linie 49 im Grün des Volkstheaters in all ihrer Grusligkeit zu besichtigen. Wer kennt bereits die nächste Folge? Bitte melden!

Nominiert: Akteure und Gehülven unbekannt
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Das Grazer Murkraftwerk

von Strom-schnelle!

Graz bekommt mitten in der Stadt eine Staustufe an der Mur. Die städtebauliche Einbindung scheint nebensächlich zu sein.

Erneuerbare Energie ist zu befürworten, Energieautarkie erstrebenswert. Der Flussraum gehört aufgewertet. Soweit unbestritten. Das Kraftwerk wird wirtschaftlich sein, sonst würde es nicht gebaut. Es wird umweltverträglich sein, sonst gäbe es keine Baugenehmigung. Die vielen tausend gefällten Bäume kann man ersetzen. Die Wasserqualität wird sich nicht verschlechtern, denn die Stadt bekommt einen zentralen Speicherkanal. Die Kosten dafür sind vertretbar. All das kann man glauben oder auch nicht. Alle ahnen, dass ein derartiges Bauwerk große Auswirkungen auf das Stadtgefüge haben wird. Bisher hat jedoch niemand erklärt, wie diese Auswirkungen sein werden. Möglicherweise, weil hier nur ein Kraftwerk geplant wurde, nicht aber seine städtebauliche Eingliederung als großräumiges Entwicklungskonzept. Der Masterplan Mur Graz Mitte beschäftigt sich vorwiegend mit der Ufergestaltung. Öffentlichkeitswirksam wird nach Ideen zur Bespielung gesucht. Eine transparente Informationspolitik fehlt.

Nominiert: Stadt Graz und Energie Steiermark
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Murgondel

von LaMur

Eine Seilbahn als öffentliches Verkehrsmittel entlang der Mur soll in Zukunft Nichts mit Niemandem verbinden

Nicht Boote mit singenden Gondolieri auf steirische Art am zukünftig aufgestauten Fluss sollen die neuste Attraktion in Graz werden, sondern eine Seilbahn als Massentransportmittel entlang der Mur. Diese soll einen nicht genau definierten Ort südlich von Graz und den nördlichen Stadtrand mit dem Zentrum verbinden und so das neue Rückgrat des öffentlichen Verkehrsnetzes bilden. Der durch das Murkraftwerk erforderlich gewordene zentrale Speicherkanal könnte praktischerweise als Fundament genutzt werden. Weil dieser jetzt gleich gebaut werden muss, sollte aber auch die Entscheidung für die Gondelbahn rasch fallen, denn sonst wäre diese einmalige Chance verloren. Neue unkonventionelle Ideen für die Stadt sind immer gerne willkommen, aber sind neue Straßenbahnlinien in die neuen Stadtquartiere nicht viel wichtiger?

Nominiert: BM Mag. Siegfried Nagl und Holding Graz
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Keine Zukunft für die Linzer Zukunftswerkstatt?

von Bewegung Linz 21

Das Format einer 'Zukunftswerkstatt' ist in der Politik nicht unbedingt eine neue Erfindung, vor allem dann nicht, wenn vorausschauende Planung eine unausweichliche Notwendigkeit zu werden 'droht'.

Nachdem ein Höchstmaß an Fehlleistungen in der Linzer Stadtplanung allgegenwärtig geworden war, hat der Gemeinderat im Vorjahr einen Grundsatzbeschluss zur Etablierung einer 'Zukunftswerkstatt' gefasst und diesen zur 'Tatwerdung' an den Bürgermeister der Stadt Linz überantwortet. Bis dato gibt es diesen 'Hoffnungsträger' für ein 'zukunftstaugliches Linz' aber immer noch nicht, im Gegenteil, die 'Modelle der Vergangenheit' - Motorisierter Individualverkehr und Hochhauswahnsinn werden mit einer solchen Vehemenz und arroganten Schamlosigkeit forciert, dass man sich - politisch und fachlich - um Jahrzehnte zurückversetzt fühlt. Die fehlende Einsicht, dass zielgerichtete Stadtplanung nur mit einer intensiven interdisziplinären Vernetzung von unterschiedlichen Themen - Architektur, Günraum, Verkehr, Wohnbau, … Soziologie, Philosophie, Kultur, Kunst ... zu bewältigen ist, führt zu den abstrusesten Planungsentscheidungen, die die Zukunft der Stadt schon jetzt zur Vergangenheit herabwürdigen.

Nominiert: Bürgermeister der Stadt Linz MMag. Klaus Luger
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Niederösterreich ist anders

von Max Mustermann

2014 wurden auch in Niederösterreich die OIB Richtlinien Teil des Baurechts. Leider jedoch mit kleinen landesspezifischen Abwandlungen

Zum Zweck der vereinfachten Planung und Errichtung von Bauwerken und für eine bessere Planungsqualität im allgemeinen wurden vor nunmehr zehn Jahren vom österreichischen Institut für Bautechnik die OIB Richtlinien verabschiedet. Nach und nach wurden diese von den meisten Bundesländern in die Landesbauordnungen übernommen. So auch von Niederösterreich im Jahr 2014. Allerdings wurden in diesem Bundesland einige Punkte geringfügig abgewandelt oder für ungültig erklärt, damit das Planen nicht zu einfach wird. Denn Niederösterreich muss anders bleiben!

Nominiert: Niederösterreichische Landesregierung
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Das Ortsbild macht der Investor

von Pippi Langstrumpf und Herr Nielsson

Dass Bürgermeister als Baubehörde erster Instanz vor allem in kleineren Kommunen oft überfordert sind zeigt exemplarisch ein Hotelprojekt in der Altstadt von Herzogenburg.

Die Gemeinde erwirbt mit dem Geld der SteuerzahlerInnen um 390.000 € Grundstücke in der Altstadt und verkauft diese kurz darauf um 160.000 € an einen Investor, gleichzeitig ÖVP-Obmann von Krems/Donau. Er verspricht ein Hotelprojekt von überregionaler Bedeutung zu errichten, die Gemeinde erhöht für ihn die Bauklasse von II auf III: Schön für den Investor und zerstörerisch für das historische Ortsbild. Nach erfolgter Umwidmung reicht der Investor die Grundstücke um etwa 650.000 € an die Siedlungsgenossenschaft GEDESAG weiter, in der ein ÖVP-Parteifreund aus Krems/Donau im Vorstand sitzt. In der Baueinreichung umfasst das Projekt Wohnungen, nur noch ein kleines Hotel und ein bestehendes Gasthaus. Stellvertretend für jene Bürgermeister, die im Dschungel von Raumordnung, Bauordnung und persönlichen Bekanntschaften mit der Zuständigkeit für das Ortsbild überfordert sind nominieren wir den Bürgermeister von Herzogenburg und fordern weisungsungebundene und verpflichtende Gestaltungsbeiräte!

Nominiert: Franz Zwicker, Bürgermeister von Herzogenburg
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Ausfall aller kulturellen Nutzung am Hbf. Wien

von vernissagensandler

Sämtliche versprochenen kulturellen Nutzungen am Hauptbahnhof Wien sind schlussendlich zugunsten von Luxuswohnungen und Büroflächen ausgefallen. Ein Ghetto mit Angsträumen steht uns bevor.

Trotz großspuriger Ansagen (Goldenes Quartier) und einigen Bemühungen der üblichen Verdächtigen (Musicalaufführungsort) ist nur das Geldmuseum (sic) als 'kulturelle' Nutzung verblieben. Man darf also erwarten, dass sich das neue Viertel zwischen Gürtel und Hauptbahnhof Wien am Abend und am Wochenende als Unort ohne städtisches Leben präsentieren wird. Anbetracht der hohen Investitionen ein Totalversagen der ProjektentwicklerInnen und StadtplanerInnen. Der erste Campus sei ausdrücklich ausgenommen, kann aber allein die Misere nicht verhindern.

Nominiert: Großinvestoren und ProjektentwicklerInnen Hauptbahnhof Wien
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bai campus am praterstern

von brader stern

Ein Filetstück der Stadtentwicklung wird der Öffentlichkeit entzogen, um als monofunktionales Ghetto den internationalen SpekulantInnen eine Spielwiese zu bieten!

Dem städtebaulichen Verfahren vorge- und entzogen ensteht nahe dem Praterstern ein monofunktionales Office-Ghetto, das, bevor fertig gebaut, bereits mehrmals mit großem Gewinn den Besitzer gewechselt hat. Der Stadtentwicklung ist das ein Bärendienst, da an kritischer Stelle öffentlicher Verkehr, Straßenleben, flexible und diverse Nutzung dieses Quartiers auf ewig verhindert ist. Auch die dahinter gelegenen neuen Stadtteile bleiben auf Distanz und in möglichen positiven Entwicklungen behindert. Dass hier nicht mal die initierende Bank, sondern ein einzelner Investor den großen Gewinn einstreicht, ist nur die folgerichtige Fortsetzung der Planungsentscheidungen.

Nominiert: Stadtrat Rudolf Schicker, Rene Benko, Bank Austria Vorstand
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Alle Autos in die Innenstadt!

von Stadtmensch

Unter dem Vorwand, mehr Raum für Menschen zu schaffen bzw. mehr Kunden für die Betriebe in die Grazer Innenstadt zu bringen, sollen 600 PKW-Stellplätze in der innersten Stadt gebaut werden.

Als spektakuläres Projekt mit angeblich neuartigen „Parksilos“ unter dem Brunnen am Eisernen Tor und dem Opernpavillon wird das massive zusätzliche Verkehrsaufkommen in der Innenstadt als für den Stadtraum vorteilhaft verkauft. Als „Ausgleich" für das extrem aufwändige Tiefbauprojekt werden lt. Bürgermeister einige oberirdische Stellplätze entfallen - stimmt wohl - für die Zufahrten zu den Parksilos. Direkt beim Nahverkehrsknoten Jakominiplatz situiert, gibt es keinen Ort im Grazer Zentrum, der öffentlich besser erschlossen ist und daher weniger Notwendigkeit der Intensivierung der Erschließung durch PKWs aufweist. (Die Straßenbahnerweiterung in den zukünftigen Vorzeige-Stadtteil Reininghaus wurde abgesagt.) Statt des weithin als Lösungsansatz für innerstädtische Probleme erachteten Ausbaus der öffentlichen Verkehrsmittel und der Nutzbarmachung des öffentlichen Raumes, entscheidet man sich in Graz, zugunsten privater Interessen, für die Maximierung des PKW-Aufkommens in der Innenstadt.

Nominiert: Stadt Graz (Vertreten durch Bgm. Mag. Siegfried Nagl) + alle am Projekt Beteiligten
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Heumarkt Hochhaus – Multiples Organversagen prolongiert

von mfgka

Der pointierteste Verfechter des Heumarktprojektes soll als Jurymitglied über das zum planlos Award nominierte Heumarktprojekt urteilen? Ein klassischer Fall von Befangenheit!

Am Beispiel der Juryzusammensetzung für den planlos Award lässt sich im kleinen Maßstab, aber in prototypischer Weise zeigen, wie Großprojekte á la Heumarkt „auf Schiene“ gebracht werden bzw. wie im Vorfeld des Bundesvergabegesetzes die „richtigen (=gewünschten) Weichen“ gestellt werden: Es wird ein überbordendes Raumprogramm des Investors akzeptiert und es wird eine Wettbewerbsjury zusammengestellt, die in das konsensuale Mikroklima bestehend aus Politik, Investor und Planungskonsulenten passt. Der Investor, der das Grundstück zu einem absolut marktunüblichen Diskontpreis von der Republik erworben hat, pflegt enge Geschäftsbeziehungen mit dem Besitzer der mit Abstand Auflagen stärksten Tageszeitung Österreichs, er finanzierte eine Ausstellung des Heumarkt-Projektgewinners im AzW (in der Politik würde man das als „Anfütterung“ bezeichnen) und bekommt von der Politik mit einem im Gemeinderat beschlossenen Hochhausverbot noch die exklusiven Vermarktungsrechte seines Turmes! Filmreif!

Nominiert: Die Jury des planlos Awards
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es staut – nicht nur wenn es gerade schnürlt

von da stodinger

die stadt salzburg ist ein internationales role model für verkehrsplanerische fehlleistungen.

• alles denken ist auf das automobil ausgerichtet. • radwege gibt es trotzdem garnicht so wenige. sie eignen sich besonders gut für organspender und sonstige mitglieder der risikogesellschaft. • das einzige was den glassturz über der altstadt nahezu ungehindert durchdringen darf ist der motorisierte individualverkehr. schließlich muss jedermann jederzeit direkt vors festspielhaus fahren können. • abstellen muss man die spritkutschen auch überall können. • damit die autos mehr platz haben, gibt es möglichst wenig busse (die zu groß sind für die engen gassen) und das in größeren abständen, dafür kostets ein bisserl mehr, ist ja was seltenes… • …in den sommerferien noch weniger und noch seltener. die touris sollen sich gefälligst selbst ein fahrzeug leisten. die schulkinder können eh von der mami geführt werden. das ganzjährige beibehalten des regulären fahrplans würde pro jahr weniger als eine mio. € kosten, bei einem jährlichen budgetüberschuß von € 40mio.

Nominiert: der den schaden hat, wenn der nicht mehr bürgermeister ist
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Parkraumbewirtschaftung ohne bauliche Folgen

von Straßenköter

Es wurde in den letzten Jahren zwar flächendeckend Parkraumbewirtschaftung in Wien eingeführt aber ohne Konzept für Rückbau von Straßen und Stellplatzflächen.

Ganze Straßenzüge leergefegt von Dauerparkern und kaum noch befahren sieht man nun häufig in den Gründerzeitbezirken außerhalb des Gürtels. Es ist eine vertane Chance, dass man hier nicht im gleichen Zuge z.B. Querstraßen stillegt, Stellplatzflächen begrünt und soviel als möglich Maßnahmen setzt, welche die Stadt für die Menschen, und da vor allem die Kinder und Jugendlichen, zurückgewinnt! Die Schuld liegt hier vor allem bei den von der Autolobby gehirngewaschenen Bürgern, die das nicht aktiv einfordern!

Nominiert: der autoverliebte Bürger
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Hochmauer kommt vor dem Fall

von Von Schlaum(au)eier

Bundeskanzleramt und Innenministerium planen eine Schutzmauer vor Regierungsgebäuden in Wien. Nach dem Baustart wird diese politisch gestoppt, weil vermeintlich nicht beauftragt. Echt planlos.

Wenn wir wirklich ehrlich sind: diese Art Mauern haben wir natürlich alle im Kopf. Irgendwie. Und das nicht erst seit dem unseligen, weil nur an der eigenen Seligkeit interessierten IS. Die gab es schon länger. Auch real, allerdings in Österreich weniger als anderswo, das nennt man die Gunst der fehlenden Bedeutung. Und da haben wir es ja auch schon: mit Mauern wird geschützt, was besonders wichtig ist. Das ist aber gerade nicht ausschließlich dieser besondere Teil der Weltstadt Wien (der ohnehin ja auch trotz Mauer genügend Angriffsfläche bieten würde), sondern das wäre die Bevölkerung auf den Straßen, Touristen inklusive. Weil NizzaBerlinBarcelona. Die sind aber mit vereinzelten Mauern nicht zu schützen, sondern nur mit Politik. Und die – egal welche Farbe und sei es weiß –verliert gerade an Vertrauen und scheint ohne Plan. Das ist gefährlicher als das, vor dem diese Mauer schützen sollte.

Nominiert: Die derzeit noch Wiener Melange
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Städtebau made in Austria

von Stadt der Zukunft

In Österreich, einem der am höchsten entwickelten Länder der Welt mit einem enormen Wachstum in den urbanen Ballungsräumen, verzichtet man konsequent auf eine Ausbildung in der Disziplin Städtebau.

Seit Ende des 19. Jahrhunderts gab es in Österreich keinen vergleichbaren Bauboom in den Großstädten. Obwohl man gerne stolz auf die eigene große Stadtbautradition verweist und sich großzügigerweise 6 Universitäten und mehrere Fachhochschulen mit Architekturausbildung gönnt, wird Städtebau nur als Teilfach gelehrt. Das traurige, für alle sichtbare Ergebnis wird ausgerechnet auch von der ArchitektInnenschaft und den Fachleuten an den Unis ausführlich bejammert und kritisiert, ohne die eigene Mittäterschaft einzugestehen. Den Wunsch, die Kompetenzen und Ausrichtungen der vorhandenen Lehrstühle in Städtebau und Raumplanung zu bündeln und ein Studium des Städtebaus zu etablieren, um echte Fachleute auszubilden, muss man wohl ans Christkind richten. Inzwischen glauben wir weiter fest daran, dass aus einer Ansammlung möglichst vieler schicker Einzelobjekte lebenswerte Stadt entsteht, statt zu erkennen, dass diese eine Gemeinschaftsleistung ist.

Nominiert: Die österreichischen Universitäten mit Architekturausbildung // Das Wissenschaftsministerium
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Heumarkt NEU - Wir sind alle Skrupel los!

von Michael Wojnar

Die Stadt Wien und ihr Gefolge setzten gegen alle Kriterien einer seriösen Planung, einer demokratischen Planungspolitik und das Veto der UNESCO ein spekulatives Hochhaus in Wiens Innenstadt durch.

Aufs Schamloseste hat Wiens Planungspolitik im Interesse eines umstrittenen Investors wie auch des Bürgemeisters ein Hochhaus durchgesetzt. Anstelle einer planungsbehördlichen Prüfung trat ein freies Verfahren, orchestriert vom Investor, das seine Ziele in Form brachte u. städtebaulich rechtfertigte. Ein "Masterplan Glacis" legitimierte die singuläre Lösung nachträglich durch ein übergeordnetes Konzept. Ein neues Hochhauskonzept wiederum reparierte das Problem, dass das geltende Konzept diesen Turm versagte. Der Zuvor schon erfolgte Architekturwettberwerb widersprach somit den damals aktuellen Hochhausrichtlinien u. den Vorgaben der UNESCO ignorierte. Der Fachbeirat ließ sich für die Durchsetzung der Interessen von Planungspolitik u. Investor ebenso gebrauchen wie maßgebliche Professoren der TU Wien oder das Gros der Medien. Neben dem stadträumlichen Schaden u. dem anstehenden Verlust des Welterbes bedeutet der Turm v.a. einen Bankrott der Planungskultur u. Demokratie in dieser Stadt.

Nominiert: Michael Häupl, Maria Vassilakou und Christoph Chorherr stellvertretend für alle beteiligten Personen
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Haben wir uns da nicht vielleicht übernommen?

von Jeff B grüßt von seiner Wolke

Aktuelle digitale Entwicklungen lösen endlich städteplanerische Fragestellungen. Es lebe die Box im Erdgeschoss. Wir werden beliefert und sind geliefert. Na(t)iv?

Die unendlichen Weiten des Universums, wir schreiben das Jahr 2025. Eine Stadt in Europa, Wien. Fast alle Dinge des täglichen Bedarfs erreichen die digitalen Besteller per Botendienst. Angesichts der raschen Amazonisierung unserer Welt und daher auch dieser Stadt scheint die Frage der Belebung der Erdgeschosszonen endlich geklärt: wir geben auf! Nämlich unser Hab und Gut. Und wir nehmen an – und zwar möglichst googleearthgenau unterhalb der eigenen vier Wände! Natürlich haben wir dann keine Zeit mehr für irgendwelche Wege. Geschäftslokale, die ohnehin nur vom raschen Konsumvollzug ablenken würden, sind selten. Stattdessen pro Mensch eine Box, in die geliefert wird und von wo abgeholt werden kann. Auf Wunsch gekühlt. Prime zur Prime-time. Damit sind wir vorne! Immer!

Nominiert: Um ehrlich zu sein: wir, die mächtigen Konsumenten
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Wenn der Shop hops geht: Mattscheibe!

von Wien voraus!

Geschäftslokale werden zu Lagerhäusern. Jetzt neu: in der Wiener Innenstadt. Was hat das mit Stadtentwicklung und deklarierter Baukultur zu tun?

In Wien soll es nach dem Plan eines österreichischen Start-Ups bis Ende 2017 bis zu 20 Geschäftslokale geben, in denen es die Möglichkeit gibt, in verschließbaren Boxen Dinge abzustellen, für die woanders kein Platz ist: self-storage. Das Konzept ist nicht neu, die Gründe wären separat zu bedenken, die Expansion in die Erdgeschosszone ist bedenklich. Fensterflächen von Geschäften in guter Lage werden mit grellen Logo-Folien beklebt, auf denen die Konditionen stehen. Interessant – aber angesichts der Lage auch nicht wirklich überraschend - ist z.B., dass im ersten Bezirk in Wien das Angebot gar nicht in erster Linie von Privatpersonen in Anspruch genommen wird, sondern von Firmen, die zusätzlichen Lagerplatz benötigen. Das macht dann in Hinkunft den abendlichen Spaziergang um den Block so richtig interessant. Macht aber eh nix, weil Schaufenster sind ja ohnehin total old school, heutzutage ist das window zuhause, nämlich auf dem Bildschirm. Schachmattscheibe!

Nominiert: Stadtentwicklung und Stadtplanung in Wien (MA 18)
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Wo? Chance? Nö!

von billiga billiga

Januar 2016, St. Pölten: Wohnbaulandesrat Wolfgang Sobotka verkündet, mit einfachsten Mitteln möglichst schnell Wohnraum für 3.000 Menschen zu schaffen. Ergebnis: Keine Wohnung wurde gebaut.

Unter dem Titel "Wohn.Chance.NÖ" wollte der damalige niederösterreichische Wohnbaulandesrat Wolfgang Sobotka (ÖVP) Anfang 2016 um 50 Millionen Euro einhundert Wohnhäuser mit jeweils acht Wohneinheiten á 60 Quadratmeter Wohnfläche errichten lassen. Insgesamt also 800 Wohnungen, die zu einer besonders günstigen monatlichen Bruttomiete von 4,20 Euro je Quadratmeter vergeben werden sollten. Cool: sogar inklusive Küche, Hochbeet und PKW Abstellplatz. Nachdem erste Entwürfe durchgesickert waren, hagelte es nicht einmal Vorwürfe, sondern nur Spott und Unverständnis. Die gute Nachricht: Bis zum Sommer 2017 wurde kein einziges Gebäude gebaut. Das Projekt wurde von Sobotkas Nachfolger eingestellt. Die schlechte Nachricht: viele „leere Kilometer“, Zeit für eine qualitätsvolle Planung wurde vertan.

Nominiert: Wolfgang Sobotka, bis 2016 Wohnbaulandesrat in Niederösterreich
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Chancenverk(n)appung

von Der Superförderer

Die "Wohnbauoffensive" versucht durch Beschränkung auf 3 Teilnahmen den Aufwand für Bauträger zu reduzieren, trifft aber nur die Architekt*innen und feuert damit eine Breitseite auf die Baukultur

Aufgrund des Bevölkerungszuwachses der Stadt Wien wurde vom Wohnfonds 2016 die "Wohnbauoffensive" ausgerufen, wohl um die Produktion von Wohnraum anzukurbeln. Ohne besondere Notwendigkeit wurde dabei die Teilnahme von Bauträgern auf drei Verfahren von achtzehn ausgeschriebenen bis 2018 beschränkt. Man wolle den Aufwand für Bauträger reduzieren war die offizielle Begründung. Nun hatte die Konstruktion des Bauträgerwettbewerbs schon bei der Einführung einen Geburtsfehler: Bauträger wählen sich erst die Architekt*Innen aus, um dann gemeinsam einen Wettbewerbsbeitrag zu erarbeiten. In den meisten Fällen heißt das wohl nicht Zusammenarbeit auf Augenhöhe, sondern unter dem Diktat des wirtschaftlich stärkeren Partners. Durch die krasse Reduktion der Teilnahmen sind die Chancen für innovative Neueinsteiger*innen in den Wiener Wohnbau gegen Null gesunken.

Nominiert: Präsident Dr. Michael Ludwig, amtsführender Stadtrat für Wohnen, Wohnbau und Stadterneuerung
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Findet Reininghaus Stadt?

von Stadt sucht Reininghaus

Graz Reininghaus ist eines der größten Stadterweiterungsprojekte Österreichs. Ursprünglich visionär angelegt, droht es durch das Planungsversagen der Stadt Graz blamabel zu scheitern.

Nach anfänglich hochfliegenden Plänen ist das Projekt Reininghaus am Boden der Realität angekommen. Die Strategielosigkeit der Stadt Graz tritt offen zutage. Im Gegensatz zum parallel entwickelten und bereits besiedelten Projekt Wien Aspern sind in Reininghaus nicht einmal die Bagger aufgefahren. Stattdessen beginnen Investoren sich zurückzuziehen und drohen mit Amtshaftungsklagen. Einige der Gründe: Es wurde verabsäumt mit der am Areal bestehenden Mälzerei frühzeitig einen Konsens herzustellen, wer die Kosten für lärm- & geruchsreduzierende Maßnahmen tragen muss. Folglich blockiert diese Genehmigungen. Der Bau einer neuen Straßenbahnlinie wurde abgesagt, die Busanbindung verkehrt nur sporadisch und PKW-Stellplätze werden auf Basis des bestehenden verkehrspolitischen Szenarios einer sanften Mobilität extrem eingeschränkt. Verkehrstechnische Isolation droht. Die Stadt verhält sich insgesamt passiv & intransparent hinsichtlich Infrastrukturerrichtung, deren Kosten & zeitlicher Abläufe.

Nominiert: Stadt Graz, vertreten durch Bürgermeister Siegfried Nagl, u.a. verantwortlich für Stadtentwicklung
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Weinturm Twin Towers - mitten in LinzUrfahrWest

von Bewegung Linz 21

Das sogenannte Weinturm-Hochhaus ist ein in der Genehmigungsphase befindliches Projekt, welches die im derzeitigen Bebauungsplan erlaubten Gesimshöhen um etwa 60 Meter überragt.

Würde man mit verbunden Augen Gebäude planen, kämen vermutlich die wundersamsten Gebilde aufs 'Papier', aber niemand würde ernsthaft wollen, so ein Erzeugnis auch tatsächlich zu bauen. In Linz wird zwar auch nicht mehr als anderswo mit verbundenen Augen geplant, die Tendenz aber, Projekte dem von der Stadt eingesetzten Beurteilungsgremium vorzulegen, die den Verdacht nahelegen, sie wären mit verbundenen Augen entworfen, ist hier unverkennbar größer geworden als anderswo! Dieser Neigung zum Irrationalen wird Vorschub geleistet, weil offensichtlich hier die Übereinkunft des Beurteilungsgremiums besteht, vor 'Innovationen der sonderbaren Art' nicht die Augen zu verschließen. Wenn also zum 'falschen Zeitpunkt' jeweils die 'falsche Seite' die Augen verschließt bzw. offen hält, hat das mitunter fatale Folgen, die - 'ungebremst' - ganz leicht in realem Unsinn enden könnten.

Nominiert: Gestaltungsbeirat und Stadt Linz
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ZT-Kammer hält nichts von Fairness im Wettbewerbswesen

von Petra Kickenweitz

Gebietsmäßige Beschränkung und bewußter Ausschluss von Mitgliedern mit ruhender Befugnis bei ausgelobtem Verfahren durch ZT Kammer für Stmk. und Ktn. in Klagenfurt

01/2017 hat die ZT-Kammer für Stmk. & Ktn. einen geladenen anonym. GeneralplanerInnen- bzw. Realisierungswettbwerb (Losverfahren) mit 8 TeilnehmerInnen (Stmk. & Ktn.) mit aufrechter Befugnis für Umbau & Sanierung des Kammerlokals (Bahnhofsstr. 24, Klagenfurt) ausgelobt. Das kleine angekaufte Objekt hätte sich als Wettbewerb ideal für den Nachwuchs geeignet. Stattdessen hat mit dieser Auslobung die ZT-Kammer gleich mehrere Gesetze & Richtlinien missachtet und u.a. die Teilnahme gebietsmäßig beschränkt (§19/3 BVergG) und ganz bewußt die Mitglieder mit ruhender Befugnis ausgeschlossen (§19/1 BVerfG, ZTG §17/8, WSA, ZT Standesregeln). Infolge meiner Kritik an diesem Verfahren wurde vom ZT-Kammervorstand am 9.2.2017 bzgl. Abänderung der Auslobung um ArchitektInnen mit ruhender Befugnis in die InteressentInnensuche für den Wettbewerb einzubeziehen abgestimmt und mehrheitlich abgelehnt. Die Anfrage zur rechtl. Unterstützung gegen dieses Verfahren an das baik-Präsidium bis heute unbeantwortet.

Nominiert: ZT-Kammer Stmk. u. Ktn., Bundeskammer der ZT
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